Wulf & Berger: Seit 1871 – Profis mit Tradition

Wulf und Berger, Büttelborn: seit 1871 Profis mit Tradition
 
Wulf und Berger, Büttelborn: seit 1871 Profis mit Tradition
Wulf und Berger, Familienunternehmen
 
Wulf und Berger, Familienunternehmen
Alte Schmiede, Büttelborn, Wulf und Berger seit 1871 Profis mit Tradition
 
Alte Schmiede, Büttelborn, Wulf und Berger seit 1871 Profis mit Tradition

Wandlung eines Betriebes

Die Firma Wulf & Berger hat eine lange Firmenhistorie und ist in besonderer Weise einer Tradition verpflichtet, die sich mittlerweile über mehr als sechs Generationen kontinuierlich verfolgen lässt. Bis weit zurück ins 19. Jahrhundert ist die Chronik des Betriebes dokumentiert. Auf diese Geschichte sind wir stolz und wir versuchen, so manches Gute aus der „alten Zeit“ bis in die Gegenwart zu bewahren.

Geschichte einer Schmiede im 19. Jahrhundert

Morgens um vier läuteten in Büttelborn früher die Kirchenglocken; dann war die Nacht zu Ende für die arbeitende Landbevölkerung. In der Schmiede wurde die Esse mit dem handbetriebenen Blasebalg neu angefacht. Dieses Feuer war nicht nur das wichtigste Arbeitsmitel, sondern auch Heizung und Beleuchtung, denn Strom gab es damals noch nicht. Bis um sechs die ersten Kunden kamen, mussten die Stallarbeiten erledigt sein. Fast jeder Handwerksbetrieb hatte noch eine kleine Landwirtschaft nebenbei, zur Versorgung der Familie.


Die Hauptarbeit eines Schmiedes bestand natürlich darin, Pferde zu beschlagen, die schweren Ackergäule der Bauern ebenso wie die Kutschpferde und die eleganten Reitpferde der reichen Herrschaften. Dazu gehörten natürlich auch das Ausschneiden und Pflegen der Hufe, Korrekturen von Fehlstellungen und Verarzten von Lahmheiten und Verletzungen. Das benötigten nicht nur die Pferde, sondern ebenso die Kühe und Ochsen, die den weniger Wohlhabenden – also den meisten – als Zugtiere dienten.


Außerdem fertigte der Schmied Werkzeuge an und alle großen und kleinen Eisengeräte, die in der Landwirtschaft gebraucht wurden: Nägel, Ketten, Äxte, Beile, Pflugschare und anderes. Aus den Holzteilen, die der Küfer vorbereitet hatte, machte der Schmied mittels Eisenreifen die Fässer; und in Zusammenarbeit mit dem Wagner oder Stellmacher wurden Wagen und Rollen gebaut. Es gab noch keine modernen Verbindungstechniken; alles wurde mit Nägeln, Schrauben, Nieten oder Eisenbändern zusammengehalten. Das erforderte höchste Sorgfalt und handwerkliche Präzision. Die Ergebnisse waren oft echte Meisterwerke von einer Qualität, die über Generationen hielt! Alle diese Arbeiten hatten ihre Saison. Wenn im Winter die Feldarbeit ruhte, mussten die Geräte repariert, geschärft und das Werkzeug ergänzt werden. Auch neue Hufeisen wurden auf Vorrat angefertigt.


Die harte körperliche Arbeit und der lange Arbeitstag waren für alle selbstverständlich. Fünfmal am Tag gab es eine Mahlzeit und bald nach dem Abendessen ging man zu Bett, um bei diesen Anforderungen gesund zu bleiben. Ein hartes Leben, oh ja, aber es hatte auch sein Gutes. Die Familie hielt zusammen, es wurde Hand in Hand gearbeitet. Die Kinder waren von Anfang an dabei, hatten teil an der Arbeit der Eltern und lernten, ihre Rolle zu übernehmen. Alte und Kranke wurden selbstverständlich versorgt; Essen und Unterkunft gab es auch für die Lehrlinge und die Angestellten. Niemand musste um sein Auskommen bangen, und für Bedürftige, etwa Handwerksburschen auf der Wanderschaft, war immer etwas übrig. Und wenn es ein Fest gab, eine Hochzeit oder Konfirmation, einen Feiertag oder die jährliche Kerb – dann wusste man auch zu feiern und ließ es sich gut gehen!